Im Anschluß an einen dreiwöchigen Aufenthalt in Vietnam blieb uns noch eine knappe Woche um einen Eindruck von Kambodscha zu erhalten. Die Fahrt mit dem Schnellboot über den Mekong dauerte inklusive der Grenzformalitäten bis zum frühen Nachmittag. Die anschliessenden Tage verbrachten wir in der Hauptstadt Kambodschas Phnom Penh sowie in Siem Reap, der Stadt die den Tempelanlagen in Angkor am nächsten gelegen ist.
Mit dem Schnellboot haben wir auf dem Mekong Vietnam in Richtung Kambodscha am frühen Morgen verlassen. Nach einer guten Stunde war die Grenze erreicht. Die Grenzformalitäten für die Ein- und Ausreise sowie die Beantragung der Visa waren in 90 Minuten erledigt.
Gegen 13.30 sind wir in Phnom Penh angekommen, wo wir am Steg bereits von zahlreichen Kofferträgern empfangen wurden. Was für eine Hitze, da kamen die hilfreichen Hände um die zahlreichen Koffer und Taschen zu tragen gerade recht. Nach einer wenigen Minuten dauernden Busfahrt sind wir im klimatisierten Hotelzimmer (in dem zentral gelegenen Dara Reang Sey Hotel) angekommen. Toll der Mittagshitze zumindest kurzfristig entkommen zu sein und diese Zeilen zu schreiben.
Nach einem Früchteteller sind wir zunächst auf eine einstündige Stadttour mit dem Tuk-Tuk gegangen. Gegen Ende der Rundfahrt war kein Sprit mehr im Tank. Nachdem wir ausgestiegen waren ist der Fahrer gleich ohne uns weiter gefahren (wie eigentlich?) kam aber kurze Zeit später wieder und fuhr uns zum Wat Phnom, dem vereinbarten Ziel. Die dortige auf einem Hügel gelegene Pagode zählt zu dem am höchsten gelegenen religiösen Bauwerk der Stadt. Das Denkmal wurde in den vergangenen Jahrhunderten mehrfach erneuert und renoviert. Die Treppen einmal erklommen, bietet sich ein schöner Ausblick auf die nähere Umgebung sowie den um den Hügel herum laufenden Kreisverkehr.
Das Abendessen an diesem Tage war excellent, das - feine - Restaurant gehört eindeutig zu der Sorte, die man sich nur im Urlaub leisten kann (und will).
Fahrt mit dem Tuk-Tuk zum Königspalast. Dort angekommen machte uns der Fahrer den Vorschlag auch für den Rest des Tages zur Verfügung zu stehen. Wir sagten ihm unser Restprogramm und einigten uns auf 20 $ »Tagesgage«.
Der Königspalast, soweit zugänglich, und die parkähnliche Anlage sind sehr beeindruckend. Teilweise sehr schlicht gehalten, auf der anderen Seite einzelne Gebäude asiatisch opulent. Mit dem Tuk-Tuk weiter zu einem der zahlreichen Märkte in der Stadt und von dort weiter zu den Killing Fields, die südlich der Stadt gelegen sind. Hier wurden unzählige Kambodschaner während der Schreckensherrschaft der Roten Khmer (1975-78) hingerichtet (bis zu 300 Personen täglich). Mehrere Massengräber und eine Pagode zeugen von diesen Gräueltaten.
Die nächste Station war das Tuol Sleng Museum (zur Erinnerung an die Verbrechen in dem ehemaligen Konzentrationslager,), wieder in Phnom Penh wo wir uns gegen 14.00 von unserem Fahrer verabschiedeten und diesen bezahlten. Nach dem Essen sahen wir uns einen einstündigen Film an. Dieser handelte von einem Ehepaar, das während der Herrschaft der Roten Khmer getrennt und später ermordet wurde. Die Ausstellung in dem ehemaligen KZ war ebenfalls nichts für schwache Nerven. Hier sind unter anderem Bilder eines ehemaligen Gefangenen zu sehen, die den Aufenthalt drastisch schildern (Hinrichtungen, Folterungen, Abtransport der Opfer, usw.).
Als dagegen freudige Überraschung erwies sich unser Fahrer, der obwohl schon bezahlt drei Stunden wartete und uns zum Hotel fuhr. Abends war er immer noch da, sodaß wir uns in eine Gegend mit mehreren Hotels fahren liessen. Wir verabredeten dort einen Treffpunkt in zwei Stunden und gingen los. Wenig später hatten wir ein Restaurant mit lokalen Spezialitäten gefunden.
Anschließend wollten wir zum vereinbarten Treffpunkt laufen, aber unser Fahrer stand bereits freundlich lächelnd vor der Tür. Irgendwie muß er uns gefunden haben. Auf dem Weg zum Hotel wurden wir von mehreren Kindern angebettelt. Unser Fahrer beschwor uns eindringlich diesen nichts zu geben. Da wir sonst nur die Unsitte mancher Eltern fördern würden, die ihre Kinder zu jeder Tages- und Nachtzeit auf die Straße zum Betteln schicken.
Fahrt mit dem Bus nach Siem Reap, also der Stadt, die der Tempelanlage rund um Angkor Wat am nächsten gelegen ist. Die Fahrt über's Land war sehr schön. Kaum hatten wir die Stadt verlassen nahm die Landschaft eine andere Gestalt an, grün, abwechslungsreich, weit, dann und wann ein paar Dörfer mit den typischen Pfahlhäusern. Das Bild machte einen homogeneren und friedlicheren Eindruck als das oft hektische und verschmutzte Vietnam. Alles wirkt freundlicher, ursprünglicher und weniger belastet. Kaum zu glauben, wenn man sich die Vergangenheit des Landes in Erinnerung ruft.
In Siem Reap ging es nach einem kurzen Aufenthalt im Hotel (dem Reaksmey Chanreas Hotel) zum Kauf der 3-Tages-Tickets und dem Besuch des ersten Tempels, Phnom Bakheng.
1992 wurden die Tempel von Angkor in die Liste des Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen. Nördlich von Siem Reap finden sich auf einer Gesamtfläche von 200 km2 verteilt die weltberühmten Tempel, die das historische Zentrum des Khmer-Königreichs bildeten.
Der eigentliche Zweck dieser einzigartigen Tempelanlage ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Zu diesem Mysterium trägt mit bei, daß keine schriftlichen Aufzeichnungen über die damalige Zeit erhalten geblieben sind. Das heutige Wissen stammt überwiegend aus archäologischen Ausgrabungen und Untersuchungen, Inschriften und Reliefs an den Gebäuden sowie überlieferten Erzählungen chinesischer Diplomaten und Händler.
Der archäologische Park läßt sich auf verschiedene Arten besichtigen, unter anderem mit dem Bus, Taxi oder Tuk-Tuk. Zu den schönsten und unabhängigsten Varianten zählt sicherlich die Besichtigung mit dem Fahrrad. Zu diesem Zweck haben wir uns vier Räder für 6 US $ gemietet und diese über Nacht im Hotel abgestellt. In Siem Reap lassen sich - fast - überall Fahrräder preisgünstig mieten.
Los ging es morgens um 5.00 Uhr. Da die Räder keine Beleuchtung hatten fuhren wir im Schein von zwei Taschenlampen durch die dunklen Straßen Siem Reaps.
Während es in der Stadt noch relativ spärlich beleuchtet war, empfing uns der erste Waldweg außerhalb mit völliger Dunkelheit. Hier war weit und breit keine Menschenseele, außer einem Motorrad was uns bedächtig überholte. Während wir anhielten und überlegten ob wir richtig sind kam das Motorrad zurück und hielt auf gleicher Höhe an. Unsere Frage ob dies der richtige Weg nach Angkor sei wurde mit einem Kopfnicken stumm bejaht. Nachdem Fahrer und Beifahrer keine Anstalten machten weiterzufahren, machten wir uns auf den Weg. Die Aufschrift »Police« entdeckten wir ebenso auf dem Motorrad wie die MP des Sozius.
Das Motorrad fuhr weiter auf gleicher Höhe neben uns durch die einsame und dunkle Gegend. Warum? Überfall? Gebühren einfordern? Wegezoll? Oder wollten uns die freundlichen Herren einfach nur den Weg weisen? Die mehrminütige (gefühlte mehrstündige) Begleitung zerrte an den Nerven. Irgendwann war der Spuk vorbei, der Fahrer des Motorrads erhöhte das Tempo und fuhr ohne ersichtlichen Grund weiter, während wir kurze Zeit später an der Einlaßkontrolle ankamen. Wohl doch nur eine Begleitung durch die dunkle Nacht, zur Kontrolle ob wir auch wirklich an der Einlaßkontrolle vorbeifahren und nicht eine der sicherlich vorhandenen Abkürzungen durch den Wald nutzen. Bei Eintrittspreise von 20 US $ für ein Tages- bzw. 40 US $ für ein Dreitagesticket schon fast wieder verständlich.
Den Sonnenaufgang verbrachten wir am Haupttor von Angkor Wat, der größten Anlage dieser Art weltweit. Der bekannteste Tempel ist auch das nationale Symbol Kambodschas. Er findet sich auf vielen Dingen des öffentlichen Lebens, unter anderem auf Geldscheinen und der Nationalflagge.
Nachdem wir uns von dem ersten Schrecken erholt haben, sind wir zum Banteay Kdei geradelt, den wir fast für uns hatten. Wir orientierten uns im wesentlichen an dem kleinen Rundweg (mit ca. 25 km Länge), wie er in den meisten Reiseführern beschrieben wird. Aber anstatt den Bussen hinterher zu fahren sind wir diesen in umgekehrter Reihenfolge abgefahren.
Der Tempel Banteay Kdei gehört zu den kleineren Anlagen. Der völlig aus Sandstein erbaute Tempel ist in einem schlechten Zustand. Außerdem ähnelt er im wesentlichen einer kleineren Ausgabe, des besser erhaltenen Ta Phrom, sodaß zumindest an diesem Morgen niemand weiter Interesse hatte und wir uns hier in Ruhe umsehen konnten.
Danach ging es zu Ta Phrom, wo unter anderem die Dreharbeiten zu Tomb Raider stattfanden. Dort angekommen mussten wir zunächst einen Platz für die Räder finden, da große Teile des Tempels nur zu Fuß besichtigt werden können. Durch das Osttor betraten wir den Urwaldtempel. Auf dem Weg ins Innere liefen wir an einer Gruppe Musiker vorbei, allesamt Opfer von Landminen. Im Gegensatz zu ihren Leidgenossen in der Stadt sind sie hier sehr zurückhaltend und stellen auch ihre Verstümmelung nicht direkt zur Schau. Trotzdem wird auch hier eine kleine Spende oder der Kauf einer CD gerne angenommen.
Weiter auf dem Weg zum Tempel fallen die ersten Kapokbäume auf, die eine Höhe von bis zu 70 Metern erreichen können. Einige dieser Giganten haben mit ihren kräftigen Wurzeln Wände und Mauern der Anlage von Ta Phrom fest umschlungen. Andere umrahmen Tore, wachsen auf Terrassen oder brechen riesige Steinblöcke auseinander. Diese Mischung aus alten Gemäuern und der riesigen Bäume macht einen Großteil des optischen Reizes von Ta Phrom aus.
Um es gleich vorweg zu nehmen, dieser war für uns persönlich der beeindruckendste Tempel. Der Tempelkomplex wurde an vielen Stellen der Natur überlassen und wirkt somit am ursprünglichsten.
Einen weiteren Reiz macht die labyrinthartige Anlage aus, die einen normalen Rundweg unmöglich macht. Nachdem wir bei der Besichtigung auch teilweise die Orientierung verloren haben, mussten wir über eingestürzte Mauern oder geduckt durch kleine Torbögen wieder zurückfinden.
Irgendwann schafften wir es doch wieder zum Ausgang und zu unseren Rädern. Die anschliessende Fahrt führte uns unter schattenspendenden Bäumen, die wieder das gewohnte Ausmaß hatten, weiter zu Ta Keo. Die einzelnen Abschnitte zwischen den Tempeln waren insgesamt sehr schön zu fahren. Die Strecken war sehr ruhig, es war wenig bis gar kein Verkehr, die Straßen und Wege sind asphaltiert und eine Pause war jederzeit möglich.
Die vollständig aus Sandstein erbaute Anlage Ta Keo wurde nie fertig gestellt. Ein Blitz soll während der Bauarbeiten eingeschlagen haben, was als schlechtes Zeichen gedeutet wurde.
Die sich durch ihren pyramidenartigen Aufbau auch von den anderen Tempeln unterscheidende Anlage ist nur über sehr hohe und schmale Stufen zu erreichen. Es herrschten mittlerweile Mittagstemperaturen, die den Aufstieg zu einer schweißtreibenden Angelegenheit werden liessen. Selbstredend daß hier auch nicht ein Hauch von Schatten auszumachen war. Aber die Mühe lohnt sich, einmal oben angekommen gibt es eine sehr schöne Aussicht.
Nach dem Abstieg, der nicht minder schweißtreibend war, ging es mit den Rädern einige wenige Meter weiter. Die kleine Anlage von Thommanom und eine größere Mittagspause bildeten das Ende des Vormittags. Der etwas abseits gelegene und wenig besuchte Tempel bot sich für ein Picknick mit anschließender Siesta förmlich an.
Gut gestärkt fuhren wir anschließend die wenigen hundert Meter durch das Victory Gate und in den Bereich von Angkor Thom, die Große Hauptstadt. Hier sollen Ende des 12., Anfang des 13. Jahrhunderts mehr Menschen als in jeder europäischen Stadt gelebt haben. In dem Wassergraben sollen sich zur damaligen Zeit Krokodile befunden haben. Der Empfang beim Betreten des Tempelkomplexes ist mittlerweile ein weitaus anderer. Wie an den anderen Anlagen auch bekommt man, sobald man in der Nähe des Eingangs ist T-Shirts, Hosen, Postkarten, Schirme, Fächer, Holzpfeifen und andere nützliche Dinge des täglichen Bedarfs unter die Nase gehalten.
In den Tempeln selbst ist man dagegen vor den Verkäufern sicher. Vereinzelt kann es dazu kommen, daß man ein Räucherstäbchen in die Hand gedrückt bekommt, was in einen Topf vor einer Buddha-Figur gesteckt werden soll. Selbstredend ist hierfür eine kleine Spende fällig.
Das 3 x 3 km große Areal ist mit einer acht Meter hohen Mauer sowie einem Wassergraben umschlossen. Hier sind noch zahlreiche Bauwerke zu bestauen, wovon der Bayon sicherlich der bekannteste ist. Bevor wir jedoch dort hin fuhren, habe wir erst das Gelände, die übrig gebliebenen Reste des damligen Königspalastes querfeldein erkundet. Hier besteht die Möglichkeit auf verschiedenen Waldwegen das Gelände abseits der Straßen zu erkunden. Vorbei an Tempeln, Brücken, Teichanlagen und sonstigen Bauwerken von denen die Elefantenterrasse und die Terrasse des Leprakönigs eine nähere Betrachtung wert sind. Letztere verdankt ihrem Namen einer Statue, die Yama den Gott des Todes darstellt. Wegen der sichtbaren Flechten wurde von Lepra ausgegangen. Die Elefantenterrasse erhielt ihren Namen wegen zahlreicher, noch gut erhaltener Reliefe von Elefanten, die die Mauer zieren.
Wenige Radminuten von der Elefantenterrasse befindet sich der Bayon, die letzte Besichtigung an diesem Tage und einem der beeindruckendsten Tempel in Angkor.
Der Bayon ist vor allem berühmt wegen seiner Türme mit den aus Stein gemeißelten Gesichtern, die in vier Richtungen schauen. Zu welchem Zweck die ursprünglich 54 Türme erbaut wurden ist, wie vieles andere auch, bis heute nicht geklärt. Die bis zu 7 Meter hohen in Stein gehauenen Gesichter tragen mit zu dem ersten optischen Eindrücken bei. Bei genauerem Hinsehen während der Besichtigung fallen an den Mauern die sehr beeindruckenden Reliefs auf, die in verschiedenen Bildern Geschichten der Kriege nacherzählen.
Außer diesen Bildern sind oftmals an den Tempelwänden auch in Stein gehauene Tänzerinnen, sogenannte Apsaras, zu bewundern. Jede dieser Figuren hat ihre eigenen, besonderen Merkmale, sodaß keine einer anderen gleicht. Dies ist umso bemerkenswerter, da die Gesamtzahl der Apsaras an den Tempeln mehrere Tausend beträgt.
Das Südtor und die folgende Straße führten zurück zum Angkor Wat und den letzten Photos des Tages. Da es langsam dunkel wurde, machten wir uns auf den Heimweg, wobei wir diesmal den um diese Zeit von allen Bussen gleichzeitig genutzten Hauptweg nutzten. Denn darin waren wir uns einig, so schön der heutige Tag auch war, auf eine weitere Fahrt auf dunklen Waldwegen konnten wir alle gut verzichten.
Start um 6.00 mit den Tuk-Tuks zu der 30 km nordöstlich von Siem Reap gelegenen Anlage Banteay Srei (Frauentempel). Diese war um die Uhrzeit noch so gut wie nicht besucht, sodaß wir den vom Baustil der anderen Tempel sich sehr unterscheidenden Tempel eingehend anschauen konnten. Der aus rötlichem Sandstein erbaute Tempel ist zu Ehren des Gottes Shiva errichtet und im Jahre 967 geweiht worden. Die dortigen Steinarbeiten, Verzierungen, Ornamente zählen zu den kunstvollsten die Angkor zu bieten hat. Der Ausflug über's Land kann nur empfohlen werden.
Zurück im Angkor Park gingen wir einmal quer durch Preah Khan, wo uns unsere Fahrer anschließend am Westtor empfingen. Der Name bedeutet Heiliges Schwert und wurde von König Jayavarman VII. erbaut, der im Gegesatz zu seinen seinen hinduistischen Vorgängern, ein Buddhist war. Nachdem in den weiteren Jahren der Hinduismus wieder auflebte wurden zahlreiche Buddha-Statuen zerstört.
Die Anlage fasziniert, kaum hat man sie betreten. Es folgt ein von zahlreichen Bäumen gesäumter, langer Gang bis das Bauwerk erreicht wird. Der Tempel weist Parallelen zu Ta Prohm auf. Offensichtlich ist hier, dass beide Anlagen auf eindrucksvolle Weise von Bäumen durchwuchert sind. Beide Anlagen wurden von dem gleichen König erbaut, der ein Tempel (Ta Prohm) seiner Mutter und den anderen seinem Vater (Preah Khan) widmete.
Da es mittlerweile nach 11.00 war blieben wir noch kurz zum Essen, bevor wir Angkor Wat als letzte kulturelle Besichtigung angingen.
Die wohl bekannteste und best erhaltene Anlage erreicht man über eine Brücke, die über einen Graben führt. Auch im Inneren führt eine Art Brücke von einer Seite zur anderen. Die Anlage ist von allen vier Seiten mit einem Wassergraben umgeben, dieser hat die Ausmaße von 1,3 x 1,5 km.
Während am Haupttor links und rechts nur jeweils zwei Gänge sind, ist die Anlage auf der anderen Seite weit imposanter. Zahlreiche, gut erhaltene bzw. restaurierte Gebäude, die über unzählige Treppen und Wege miteinander verbunden sind. In der komplexen Anlage gibt es wahrlich viel zu entdecken.
Wie soll das hier Gesehene und Erlebte in wenigen Worten zusammengefasst werden? Ein Ding der Unmöglichkeit. Die sich hier bietenden Anlagen übersteigen jegliche Vorstellungskraft. Zum Glück ist die Brücke, über die der Eingangsbereich erreicht werden kann, relativ lang, sodass genügend Zeit bleibt sich auf das Bevorstehende langsam vorzubereiten.
Beim gemütlichen Schlendern und dem stetigen Anblick des Eingangsbereichs läßt erahnen, was das Innere der Anlage bietet. Großartig, einmalig, spektakulär, grandios dürften einige der ersten Gedanken sein. Der zentrale Tempelturm mit seinen vier weiteren Türmen bildet das Zentrum der Anlage. Überall finden sich detailliert gestaltete Skulpturen, zahlreiche Reliefs und eine grossartige Architektur. Hinter jeder Ecke übertrifft eine neue Sehenswürdigkeit die vorherige.
Der eingentliche Zweck der Anlage ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Im Gegensatz zu den anderen Tempel ist der Hauptzugang nach Osten ausgerichtet(statt wie üblich nach Westen), der Himmelsrichtung des Gottes des Todes. Aus diesem Grund wird von manchen Archäologen auch davon ausgegangen, dass der Tempel als Grabstätte des Königs gedacht war. Allerdings wurden weder eine Grabkammer noch irgendwelche Hinweise darauf gefunden.
Der anschließende, geplante Ausflug zum Tonle Sap (dem größte See Südostasiens und eines der fischreichsten Binnengewässer der Erde) scheiterte leider. Da dieser nur mit dem Boot und 15$ erreicht werden könne. Da wir nur einen Kaffee trinken wollten machten wir an der Streckensperre kehrt und fuhren zurück zum Hotel.
Aber auch die Fahrt über's Land hatte ihre Reize. Stil und in Gedanken versunken genossen wir die letzten Eindrücke einer sehr schönen, interessanten und abwechslungsreichen Woche.
Den Abend und Aufenthalt in Kambodscha endete mit einem gemeinsamen Abendessen der hervorragenden lokalen Küche und untermalt von einer traditionellen Musik- und Tanzdarbietung.