Der Dortmund-Ems-Kanal wurde 1899 nach siebenjähriger Bauzeit fertig gestellt und war damit der erste deutsche Kanal für die Binnenschiffahrt. Pünktlich zum 100 jährigen Jubiläum war auch die 350 km lange Strecke der Rad-Route »Dortmund-Ems-Kanal« fertig. Diese führt durch die vier Regionen Ruhrgebiet, Münsterland, Emsland sowie Ostfriesland und somit durch eine abwechslungsreiche Natur- und Kulturlandschaft.

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Donnerstag, 06.01.2005: Anfahrt

Anreise nach Dortmund, Übernachtung:

NH Hotel, 44137 Dortmund
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Freitag, 07.01.2005: Dortmund - Lüdinghausen

Dortmund-Ems-Kanal: wenige Kilometer nach Dortmund

Die Tour beginnt am Dortmunder Hauptbahnhof. Die Befürchtung einer unfreiwilligen ausgedehnten Stadtbesichtigung ist völlig unbegründet, da sich an jeder potentiellen Möglichkeit des Verfahrens die enstsprechenden Schilder finden. Bereits nach ca. 20/25 Minuten besteht der erste Sichtkontakt zum Dortmund-Ems-Kanal.

Weiter geht es am Kanal entlang bis Waltrop, der »Stadt der Schiffshebewerke«. 1894 wurde mit den Arbeiten am »Schiffshebewerk Henrichenburg« begonnen und fünf Jahre später zusammmen mit dem Dortmund-Ems-Kanal durch Kaiser Wilhelm II. eingeweiht. Nach der Stillegung rund 70 Jahre später dauerte es neun Jahre bevor der Landschaftsverband Westfalen-Lippe beschloss das Hebewerk vor seinem endgültigem Zerfall zu retten und das »technische Kulturdenkmal« als einen Standort des Westfälischen Industriemuseums aufzubauen. Mittlerweile können im »Schleusenpark Waltrop« ein weiteres Schiffshebewerk sowie zwei Schleusen besichtigt werden.

Weiter geht es über Datteln, am nördlichen Rand des Ruhrgebietes, vorbei an Olfen und Selm zur »Drei-Burgen-Stadt Lüdinghausen«, dem Ziel der ersten Etappe. Auf dieser Strecke ist bereits erkennbar mit welcher Wegbeschaffenheit auf der gesamten Strecke zu rechnen ist. Von Asphalt, Wiese und Feldweg ist garantiert für jeden Gschmack etwas dabei.

Übernachtung:

Hotel Borgmann, 59348 Lüdinghausen Dortmund-Ems-Kanal: Burg Vischering in Lüdinghausen


Zu den drei Burgen von Lüdinghausen gehört ein Besuch der Burg Vischering quasi zum »Pflichtprogramm«. Diese kann direkt von der Altstadt Lüdinghausens erreicht werden,

Die Burg wurde 1271 erbaut und gilt als eine der schönsten Wasserburgen Westfalens. Das trutzige Mauerwerk, Wassergraben, Zugbrücke (nebst zugehöriger Eisenkette) und Schießscharten vermittelt einen lebendigen Eindruck vom Leben im Mittelalter und der frühen Neuzeit.

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Samstag, 08.01.2005: Lüdinghausen - Münster

Am nächsten Tag geht es weiter dem Kanal folgend durch das Münsterland, in Richtung Senden. Natur- und Pferdeliebhaber sollten überlegen ob sich hier nicht ein Umweg über Dülmen lohnt, um das dortige Gehege für Wildpferde, den Wildpark oder die Altstadt zu besichtigen.

Dank des starken Rückenwindes erreichen wir weitaus früher als geplant die Gemeinde Senden. Wo es über Amelsbüren und Hiltrup weiter nach Münster, dem heutigen Etappenziel geht. Der zweite Teil der Strecke erwies sich dann auch als weitaus anstrengender als der erste, da sich der der Wind nicht immer als »Freund des Radfahrers« erweist und sich die Windrichtung durchaus auch mal ändern kann.

Dortmund-Ems-Kanal: Bischofs-Stadt Münster

Die Bischofs-Stadt Münster, das Wirtschaftszentrum des Münsterlandes und die »Fahrradfahrer Stadt«, sind nur einige der zahlreichen Bezeichnungen, die es für Münster gibt. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen unter anderem die historische Altstadt rund um den Prinzipalmarkt mit dem Rathaus sowie der St. Lamberti-Kirche. Nur wenige Strassen weiter ist der Sitz des Bischofs von Münster, der St. Paulus-Dom mit der astronomischen Uhr, deren Kalender bis in das Jahr 2071 geht.

Die Universität Münsters ist die drittgrößte Deutschlands, nach Köln und München. Entsprechend gross ist das Angebot an Studentenkneipen im Vergnügungsviertel Münsters, dem Kuhviertel. Das Hauptgebäude der Universität ist in dem Schloss von Münster untergebracht, welches nach den Zerstörungen im Krieg originalgetreu wieder aufgebaut wurde.

Übernachtung:

Hotel Münnich, 48167 Münster

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Sonntag, 09.01.2005: Münster - Rheine

Dortmund-Ems-Kanal: wenige Kilometer nach Münster

In Münster geht es wieder entlang des Dortmund-Ems-Kanals weiter. Nachdem wir die Stadt hinter uns gelassen haben, bietet sich das »gewohnte Bild«, aber bei schönem Wetter, blauem Himmel und wenig Wind. Zwar war es immer noch etwas kalt, aber 20° waren um diese Jahreszeit auch nicht zu erwarten.

Weiter geht es an Ladbergen vorbei in Richtung Dörenthe, was nach ca. 10 km erreicht ist. Hier erinnert die Landschaft mehr an das »eigentliche Bild« des Münsterlands als an den Kanal. Der Route weiter folgend liegt dieser auf der linken Seite, während auf der rechten Seite die ersten Ausläufer des Teutoburger Waldes zu sehen sind.

Kurz hinter Riesenbeck ist der Zusammenfluss von Dortmund-Ems-Kanal und Mittellandkanal, das sogenannte »Nasse Dreieck«. Weiter geht es über Rodde in Richtung Rheine, der letzten, grösseren Stadt am Rande des nördlichen Münsterlandes.

Übernachtung:

Hotel Lücke, 48431 Rheine

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Montag, 10.01.2005: Rheine - Meppen

Dortmund-Ems-Kanal: Hünengräber

Kurz hinter Rheine endet das Münsterland, ausserdem ist hier die Grenze zwischen NRW und Niedersachsen (der erste Ort Niedersachsens ist Salzbergen). Nach drei Tagen Kanal und der Suche nach Abwechslung, sind wir über Bundes- und Landstrassen weiter in Richtung Emsbüren gefahren. Dem weiteren Strassenverlauf folgend konnten wir bei Elbergen die ersten Hünengräber besichtigen.

Verschiedene Mythen und Sagen existieren um die vor ca. 5000 Jahren gebauten Grosssteingräber. So verdanken sie ihre Bezeichnung »Hünengräber«, der Annahme dass nur Riesen in der Lage gewesen sein können, die oft tonnenschweren Steine zu bewegen. Nach heutigen Erkenntnissen ist davon auszugehen, dass die Hünengräber von den damals ansässigen Viehzüchtern und Bauern mit einfachsten Mitteln und den »Grundprinzipien der Mechanik« als heiligen Stätten errichtet wurden.

Nach dieser Besichtigung ging es weiter nach Lingen und dort wieder auf die DEK-Route den restlichen 20 km in die Kreisstadt des Emslandes, Meppen folgend.

Übernachtung:

Hotel Pöker, 49716 Meppen

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Dienstag, 11.01.2005: Meppen - Papenburg

Dortmund-Ems-Kanal: Landschaft« Emsland

Nach Meppen geht es an dem DEK entlang weiter nach Haren, wo sich ein Abstecher zur St. Martinus Kirche (»Emsland-Dom«) lohnt. Nach Haren geht es weiter in Richtung Lathen, bekannt für die Versuchsstrecke für den » Transrapid«.

Anschliessend geht es weitere 35 km durch die »typische Landschaft« des Emslandes bis nach Papenburg.

Papenburg wurde im Laufe der Zeit das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des nördlichen Emslandes. Als Gründungsjahr von Papenburg gilt 1631, damit handelt es sich um die älteste (und größte) Fehnkolonie Deutschlands. Im Laufe der Zeit entwickelte sich hieraus auch ein Hafen der an Bedeutung stetig zunahm. Bei einem Rundgang durch das Zentrum von Papenburg fallen die alten, in Originalgröße nachgebauten, Segelschiffe auf, die in den Kanälen der Stadt zu besichtigen sind und an »früheren Zeiten erinnern sollen«.

Übernachtung:

Comfort Hotel, 26871 Papenburg

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Mittwoch, 12.01.2005: Papenburg - Emden

Dortmund-Ems-Kanal: Meyer-Werft Papenburg



Nördlich von Papenburg findet sich die Meyer-Werft, einem über 200 Jahren alten Traditionsunternehmen, welches zu den größten und modernsten Werften weltweit gehört.

Hier wird die Ems überquert und es geht weiter in Richtung Weener, wo sich ein Abstecher durch die sehenswerte Altstadt anbietet. Nach einem kurzen Aufenthalt geht es der Ems folgend weiter nach Leer.


Dortmund-Ems-Kanal: Leer



Leer, das »Tor Ostfrieslands«, kann auf eine über tausendjährige Geschichte zurückblicken. Der »Reichtum vergangener Zeiten« ist bei einem Rundgang durch die historische Altstadt an jeder Ecke erkennbar. Zahlreiche Fahrradstrassen sowie die Auszeichnung als »Fahrradfreundlichste Kommune Niedersachsens« (2002) machen einen Abstecher zum Pflichtprogramm.

Zurück am DEK geht es über Jengum nach Ditzum, immer am Deich entlang. Hier setzen Sie mit der Fähre nach Petkum über und erreichen von dort nach 6 km Emden. Es empfiehlt sich vorab Erkundigungen nach den Fährverbindungen einzuholen, um unliebsamen Überraschungen vorzubeugen. Schlimmstenfalls müssten Sie die ganze Strecke nach Leer zurückradeln.

Emden, das Zentrum Ostfrieslands, blickt auf eine 1200-jährige Geschichte zurück, die eng mit dem Seehafen verbunden ist. Neben Geschichte und Handel bieten sich auch ein Besuch der Kunsthalle (mit wechselnden Ausstellungen), »Dat Otto Huus« (Museum von und über Otto Waalkes), Hafenrundfahrten und weiteren Attraktionen an.

Übernachtung:

Heerens Hotel, 26725 Emden

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Donnerstag, 13.01.2005: Emden - Norden

Dortmund-Ems-Kanal: Ziel in Norddeich

Auf der letzten Etappe geht es quer durch das »Brookmerland« und den Spuren Störtebekers. Ausser verschiedenen Mythen und Sagen gibt es über Deutschlands bekanntesten Seeräuber wenig gesicherte Erkenntnisse. So ist weder seine Herkunft noch sein richtiger Name bekannt. Seinen »Künstlernamen« soll er sich dadurch »verdient« haben vier Liter Bier in einem Zug getrunken zu haben (abgeleitet aus »Stürz den Becher«).

Nördlich von Emden geht es über Hinte, Canhusen, Wirdum nach Marienhafe wo mit Störtebeker-Denkmal, -Turm und -Museum dem Seepiraten gedacht wird, der hier während seines Treibens Unterschlupf gefunden haben soll. Empfehlenswert ist hier insbesondere der Störtebeker-Turm von dem man einen herrlichen Rundblick haben soll (ein Vergnügen welches uns bei dem an diesem Tag herrschenden Wetter leider nicht gegönnt war).

Weiter geht es über Norden nach Norddeich, dort endet an der Nordseeküste nach knapp 350 km die Tour.

Übernachtung:

Hotel Reichshof, 26506 Norden

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Sonntag, 16.01.2005: Greetsiel

Dortmund-Ems-Kanal: Zwillingsmühlen in Greetsiel

Da uns die Gegend gut gefallen hat und uns die diversen Sturm- und Wetterwarnungen - zunächst - nicht weiter beeindrucken konnten, entschlossen wir uns noch ein paar Tage in einem Ferienhaus »vor Ort« und die Tage wechselweise mit Tagestouren und faulenzen zu verbringen. Nach zwei entspannenden Tagen mit dem zu letzt genannten, führte uns die erste Tour nach Greetsiel.

Bei Greetsiel handelt es sich um einen kleinen Fischerort (rund 1700 Einwohner) der mit seinem Hafen und dem für Autos gesperrten Ortskern zu den Touristen-Attraktionen der Umgebung gehört. Die etwas ausserhalb gelegenen Zwillingsmühlen zählen zu den beliebtesten Postkartenmotiven Ostfrieslands.

Nicht weit von Greetsiel befindet sich Pilsum, ein weiterer »fotogener Hingucker«, der es bereits zu Filmruhm gebracht hat. Dabei handelt es sich um einen rot-gelb gestreiften Leuchtturm aus dem Film »Otto der Außerfriesische« von und mit Otto Waalkes.

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Montag, 17.01.2005: Norddeich

In Norden, der ältesten Stadt Ostfrieslands, treffen Historie und Moderne zusammen. Ein Bummel durch die Fußgängerzone und über den Marktplatz sollten den eventuell noch vorhandenen Bedarf an Andenken oder Postkarten decken.

Rund 3 km vom Stadtzentrum entfernt liegt Norddeich, was als Ausgangspunkt für die Überfahrten zu den Nordseeinseln dient sowie einen Besuch der dortigen »Seehundaufzuchtstation«. Die Station ist eine Pfegestation für mutterlose und kranke Meeressäuger, die hier gesund gepflegt und anschliessend wieder in ihre natürliche Umgebung zurückgebracht werden.

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Dienstag, 18.01.2005: Lütetsburg

Das Schloss Lütetsburg liegt ca. 6 km östlich von Norden und befindet sich seit Ende des 16. Jahrhunderts im Besitz der Grafen Knyphausen. Der im englischen Landschaftsstil gestaltene Schlosspark soll zu den schönsten Anlagen dieser Art in Norddeutschland gehören. Leider hat der Graf etwas gegen Radfahrer die ihr Fahhrad auf Gehwegen schieben wollen, statt es draussen vor dem Tor abzustellen, sodass wir uns hiervon nicht überzeugen konnten.

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Mittwoch, 19.01.2005: Norderney

Um es kurz zu machen, für diesen Ausflug sollte man sich eine andere Jahreszeit suchen. Der erste Tag wo wir aufgrund der Witterungsverhältnisse die Räder stehen liessen (der Gegenwind liess auch nicht den Hauch einer Chance aufkommen) und dann waren zur Krönung - bis auf wenige Ausnahmen - alle Geschäfte auf Norderney geschlossen.

Dortmund-Ems-Kanal: Norderney

Um es etwas ausführlicher zu machen, das Wetter war an diesem Tag »bescheiden«. Also blieben die Räder wo sie sind und wir liefen zur nächsten Bushaltestelle. Die Fahrt übers Land mit einem Dach überm Kopf hat auch seine Vorzüge, zumindest kamen wir auf diese Art trocken bei der Anlegestelle in Norddeich an.

Die Überfahrt dauert knapp eine Stunde und noch mal eine weitere halbe Stunde mit dem Bus bis man das Zentrum der Insel erreicht hat. Wobei » Zentrum« relativ zu sehen ist, da fast überall »Nebensaison« herrscht. Immerhin eine Bäckerei, ein Spielwarengeschäft sowie ein Drogerie-Discounter konnten wir bei unserem knapp zweistündigen Rundgang »besichtigen«.

Mit der Erkenntnis dass der Wind auf einer Insel gegenüber dem auf dem Festland an noch Stärke zunehmen kann und wir unseren letzten Urlaubstag beim nächsten Mal doch anders verbringen werden, ging es wieder zurück zum Hafen.

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Etappen

Die folgenden Angaben entsprechen den tatsächlich gefahrenen Kilometern. Sie schliessen Besichtigungen (freiwilliger und unfreiwilliger Natur), Unterschlupfsuche bei schlechtem Wetter, usw. mit ein und sind deshalb nur als Richtwerte zu sehen.

Dortmund - Lüdinghausenca. 44 km
Lüdinghausen - Münsterca. 45 km
Münster - Rheinca. 60 km
Rheine - Meppenca. 50 km
Meppen - Papenburgca. 65 km
Papenburg - Emdenca. 50 km
Emden - Nordenca. 45 km
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