Photos im Internet schützen


- Veröffentlicht in freeX 06/07 -



Hobby-Photographen, wie auch der Autor dieses Artikels, veröffentlichen ihre besten Werke oftmals im Internet. Dort liegen sie dann völlig ungeschützt herum und können einfach auf anderen Seiten übernommen werden. Eine effektive Maßnahme hier gegen gibt es nicht und ist vielfach auch gar nicht gewollt. Anders sieht es dagegen aus wenn es zu einem späteren Zeitpunkt erforderlich wird, die Frage zu klären wer der Urheber der Photos ist.

Der häufig anzutreffende Copyright-Vermerk (mit dem Symbol © bzw. der Zeichenfolge (C)) hat im Sinne des deutschen Urheberrechts keinerlei juristische Bedeutung. Nach dem deutschen Recht entstehen Urheberrechte automatisch mit der Erstellung eines Werks. Ein entsprechender Hinweis wie in anderen Rechtssystemen scheint also hierzulande entbehrlich. Allerdings schadet ein derartiger Vermerk, der in der Regel zusammen mit Jahresangabe und Namen versehen ist, auch nicht. Auf diese Weise kann zumindest die Entstehung des Werks und der Name des Urhebers dokumentiert werden. Auch kann ein Copyright-Vermerk für eine Beweisführung unter Umständen nützlich sein.

Im Verlauf dieses Artikels werden zwei Möglichkeiten vorgestellt, wie Bilder in digitaler Form mit einem sichtbaren und unsichtbaren Vermerk gekennzeichnet werden können.




Sichtbare Vermerke

Die einfachste Variante seine Photos zu kennzeichnen ist durch einen Vermerk, der für Jedermann sichtbar auf dem Photo angebracht wird. Das Programm ImageMagick bietet in diesem Zusammenhang verschiedene Möglichkeiten.

$ montage -frame 8  -geometry +0+0  \
    -label "(C) 2007 - http://www.noatun.net" \
    nl.jpg montage_nl.jpg

$ convert -fill white -pointsize 16 \
    -draw "text 4,12 '(C) 2007 - http://www.noatun.net'" \
    nl.jpg convert_nl.jpg

Bei dem ersten Aufruf sieht das Ergebnis aus wie in Abbildung 1(a) und das Resultat des zweiten Aufrufs zeigt Abbildung 1(b).

   

Abb. 1(a) - Aufruf: montage ....                     Abb. 1(b) - Aufruf: convert ....

Beide Varianten lassen noch eine Vielzahl weiterer Ausgaben zu, so können Schriftart und -größe, Hintergrundfarbe, usw. bei dem Aufruf mit angegeben werden.




Kommentar einfügen

Oftmals erscheint es aber wünschenswerter, die Photos ohne störenden Vermerk zu präsentieren. Derartige Photos sind in der Regel auch optisch ansprechender für den Betrachter.

Eine relativ einfache Variante bietet beispielsweise Gimp. Hier kann beim Abspeichern der Bilder ein entsprechender Kommentar eingefügt werden.

Abgesehen davon, daß bei dieser Methode ein verregnetes Wochenende für die letzten Urlaubsphotos bei weitem nicht ausreicht, lassen sich die Vermerke auch relativ einfach entdecken und wieder entfernen.




Nachrichten versteckt überbringen

Die Idee eine geheime Nachricht in einem unscheinbaren Medium von A nach B unerkannt zu übermitteln, ist schon mehrere Jahrtausende alt. So wurden früher beispielsweise Sklaven die Haare abgeschnitten und eine Nachricht auf den Kopf tätowiert. Nachdem die Haare wieder nachgewachsen waren, ging es auf die Reise und beim Empfänger der Nachricht wurde wieder zur Schere gegriffen. Tiere erfüllten hier den gleichen Zweck. Oder Briefe wurden mit Zitronensaft oder anderer Geheimtinte geschrieben. Phantasie und Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt.

Sinn und Zweck dieser Verfahren liegen auf der Hand. Eine offensichtlich verschlüsselte Nachricht fällt auf. Eine Katze deren Fell wieder nachgewachsen ist weniger.

Mittlerweile ist auch nicht mehr erforderlich sich ein Dutzend Katzen oder andere Vierbeiner zu halten. Die moderne Steganographie bedient sich unter anderem Bild- und Audiodateien als Übertragungsmedium. Dabei werden einzelne Bits des Übertragungsmediums mit denen der Nachricht ersetzt. Bei der so vorgenommenen Änderung werden weder die Qualität der Bilder noch das Klangverhalten von Audiodaten derart verändert, daß sie vom menschlichen Auge bzw. Ohr bemerkt werden.

Die Sicherheit der Verfahren ist umstritten, auch scheint es weniger zweckmäßig eine mehrere MB große Graphik zu versenden, um einen geheimen Treffpunkt für die nächste Woche mitzuteilen. Allerdings wird hier auch ein anderer Zweck verfolgt, nämlich einen Hinweis auf den Urheber eines Photos von Außen unkenntlich in diesem unterzubringen.

Bei einzelnen Verfahren lassen sich die versteckten Nachrichten zusätzlich mit einem Passwort schützen, welches der Empfänger gleichfalls angeben muß um den Text lesen zu können. Somit scheinen diese Art von Programmen ideale Voraussetzungen für die unsichtbare Anbringung eines Copyright-Vermerkes in Bilddateien mitzubringen.




Passwortgeschützte Vermerke

Die hier vorgestellte Programm Steghide ist einer der bekanntesten Verteter seiner Art und kann Daten in verschiedenen Graphik- und Audiodateien komprimiert und verschlüsselt einbetten.

Das Programm ist unter http://steghide.sourceforge.net/ erhältlich.

Um beispielsweise die Datei copyright.txt in das Photo nl.jpg einzubinden, ist folgender Aufruf einzugeben:

$ steghide embed -cf nl.jpg -ef copyright.txt
Passwort eingeben: <passwort>
Passwort wiederholen: <passwort>
Bette "copyright.txt" in "nl.jpg" ein... fertig
$

Über den Parameter embed wird angezeigt, daß Daten in eine Datei eingebunden werden sollen. Die Datei wird über die Option -cf, die Daten selbst über -ef angegeben. Als Datenträger kommen die Formate AU, BMP, JPG und WAV in Betracht (wobei das Format an den jeweiligen Headerinformationen erkannt wird, die Dateieindung spielt hierbei keine Rolle).




Text extrahieren

Ob und was sich hinter der Datei verbirgt läßt sich nur bei Kenntnis des Passwortes ermitteln. Steghide bietet hier die Option info, die zusammen mit der betreffenden Trägerdatei aufzurufen ist.

$ steghide info nl.jpg
"nl.jpg":
  Format: jpeg
  Kapazität: 11,7 KB
Soll versucht werden, Information über eingebettete Daten anzuzeigen ? (j/n) 
Passwort eingeben: 
  Eingebettete Datei "copyright.txt":
    Größe: 58,0 Byte
    verschlüsselt: rijndael-128, cbc
    komprimiert: ja
$

Nach zunächst allgemeinen Informationen über die Datei wird gefragt, ob auch Informationen über die versteckte Datei angezeigt werden sollen. Hierzu ist zunächst das Passwort erforderlich, nach erfolgreicher Prüfung werden die gezeigten Infos ausgegeben.

Die versteckte Datei läßt sich über die folgende Befehlsfolge extrahieren:

$ steghide extract -sf nl.jpg
Passwort eingeben: <passwort>
Extrahierte Daten wurden nach "copyright.txt" geschrieben.
$

Wurde das Passwort korrekt angegeben, wird der enthaltene Text aus nl.jpg extrahiert und das Resultat in der Datei copyright.txt im aktuellen Verzeichnis abgelegt.




Bilder eines Verzeichnisses

Oftmals sollen mehr als nur ein Photo mit einem Vermerk versehen werden. Hier bietet sich die Option -passphrase (oder -p in der Kurzform) an, mit der selbige angegeben werden kann. Enthält die Passphrase Leerzeichen so ist diese in Anführungszeichen zu setzen, beispielsweise -p "mein photo".

Das folgende Skript fügt die Datei copyright.txt in die JPGs eines übergebenen Verzeichnisses ein und schützt diese mit dem als zweites Argument angegebenen Paswort.

#!/bin/sh
#

if [ $# -ne 2 ]
then
    echo "Aufruf: $0 <verzeichnis> <passwort>"
    exit
fi

for img in `ls $1/*.jpg`
do
    steghide embed -cf $img -ef copyright.txt -p "$2"
done

Der Vorteil dieser Verfahrensweise liegt auf der Hand, auf der einen Seite ist eine einfache und schnelle Bearbeitung der Photos möglich und auf der anderen Seite wird durch die Copyright-Information die Qualität der Bilder kaum bzw. überhaupt nicht beeinträchtigt.




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